UV-Kompaktlampen und Zubehör für das Terrarium artgerecht auswählen
UV-Kompaktlampen sind gewendelte Kompaktleuchtstoffröhren mit E27-Fassung, die auf engem Bauraum UVA-, UVB- und sichtbares Tageslicht emittieren. Sie ersetzen klassische Leuchtstoffröhren in kleinen bis mittleren Terrarien, lassen sich punktuell über einem Sonnenplatz positionieren und arbeiten mit integriertem Vorschaltgerät. Terraristikshop führt UV-Kompaktlampen von Exo Terra in der Reptile-UVB-Serie 100, 150 und 200 sowie Trixie Desert Pro UV-B 10.0 (Wüstenarten), Trixie Tropic Pro UV-B 6.0 (Regenwald-Arten), Trixie Sunlight Pro UV 2.0 (Grundbeleuchtung für alle Terrarientiere) und Trixie Kompakt UV Lampe für Vögel. Die vier Trixie-Lampen haben jeweils 23 W. Fassungen und Reflektoren stehen in der Kategorie Reflektoren und Fassungen, Schutzkörbe in der Kategorie Schutzkörbe.
Aufbau und Wirkungsweise einer UV-Kompaktlampe
Eine UV-Kompaktlampe besteht aus einer gewendelten Glasröhre, deren Innenseite mit einem Leuchtstoff-Gemisch beschichtet ist. Eine Quecksilber-Niederdruck-Gasentladung regt diesen Leuchtstoff zur Emission an. Drei Strahlungsanteile entstehen: UVA (315 bis 400 Nanometer) zur Verhaltenssteuerung, UVB (280 bis 315 Nanometer) zur Vitamin-D3-Synthese in der Reptilienhaut sowie sichtbares Tageslicht zwischen 380 und 780 Nanometer.
UV-Kompaktlampen liefern bauartbedingt nur einen punktuellen Strahlungskegel und geben gleichzeitig sehr wenig Wärme ab. Das macht sie zur Ergänzung neben einem Halogen-Spot oder einer Wärmelampe: Wärme kommt vom Halogenstrahler, UV-Strahlung aus der Kompaktlampe.
UV-Kompaktlampen nach Lebensraum und UV-Bedarf
Das UV am Liegeplatz, also dort, wo das Tier der Lampe am nächsten kommt, muss zur natürlichen UV-Belastung im Lebensraum der Art passen. Die Ferguson Zones (Ferguson et al., 2010; aufbereitet von Baines et al., 2016) ordnen Reptilien vier UV-Bedarfsklassen zu, gemessen am UV-Index (UVI) an ihren natürlichen Aufenthaltsorten.
| Ferguson-Zone | UVI-Mittelwert | Höchstwert am Liegeplatz | Tierart-Beispiele |
|---|
| Zone 1: dämmerungsaktive Arten und Schattenbewohner | 0 bis 0,7 | 0,6 bis 1,4 | Feuersalamander, Kronengeckos |
| Zone 2: Sonnenbader in teilweiser Sonne oder gelegentliche Sonnenbader | 0,7 bis 1,0 | 1,1 bis 3,0 | Königspythons, Boa constrictor, Pfeilgiftfrösche (Zone 1 bis 2), Köhlerschildkröten (Zone 1 bis 2) |
| Zone 3: Sonnenbader in offener oder teilweiser Sonne | 1,0 bis 2,6 | 2,9 bis 7,4 | Pantherchamäleons, Madagaskar-Taggeckos, Griechische Landschildkröten |
Die Ferguson Zones unterscheiden Tagaktive im Schatten von Tagaktiven in voller Sonne. Der Kronengecko gehört nach Baines et al. 2016 zur Zone 1. Für diese Zone gilt am Liegeplatz eine Obergrenze von UV-Index (UVI) 0,6 bis 1,4, weil zu viel UV Augen und Haut schädigen kann. Eine Kompaktlampe über einer Bartagame (Zone 3 bis 4) reicht für die Vitamin-D3-Synthese nicht aus. Bartagamen brauchen einen Metalldampf-UV-Strahler mit Vorschaltgerät, zum Beispiel Lucky Reptile Bright Sun UV Desert oder Econlux Solar Raptor HID. Diese Strahler finden Sie in der Kategorie UV-Strahler.
UV-Bedarf je Tierart
Die Übersicht nennt je Art die Ferguson-Zone nach Baines et al. 2016 und die Methode, mit der das UV angeboten wird. Exo Terra und Trixie nennen für ihre UV-Kompaktlampen keine Werte zum UV-Index (UVI) je Abstand. Trixie druckt einen Mindestabstand auf die Verpackung. Exo Terra nennt keinen. Messen Sie den UVI am Liegeplatz mit einem UV-Messgerät wie dem Solarmeter 6.5.
| Tierart | Ferguson-Zone | UV nach Baines et al. 2016 |
|---|
| Leopardgecko | Zone 1 | Schattenmethode: nahe der Lampe etwa UVI 0,7, Obergrenze am Liegeplatz UVI 0,6 bis 1,4 |
| Kronengecko | Zone 1 | Schattenmethode: nahe der Lampe etwa UVI 0,7, Obergrenze am Liegeplatz UVI 0,6 bis 1,4 |
| Pantherchamäleon | Zone 3 | Sonnenplatzmethode, am Sonnenplatz UVI 3,0 bis 5,0 |
| Königspython | Zone 2 | Schattenmethode: nahe der Lampe etwa UVI 1,0, Obergrenze am Liegeplatz UVI 1,1 bis 3,0 |
| Kornnatter | Zone 1 bis 2 | Schattenmethode: nahe der Lampe etwa UVI 0,7 (Zone 1) bzw. 1,0 (Zone 2), Obergrenze am Liegeplatz UVI 0,6 bis 1,4 bzw. 1,1 bis 3,0 |
| Pfeilgiftfrosch | Zone 1 bis 2 | Schattenmethode: nahe der Lampe etwa UVI 0,7 (Zone 1) bzw. 1,0 (Zone 2), Obergrenze am Liegeplatz UVI 0,6 bis 1,4 bzw. 1,1 bis 3,0 |
| Köhlerschildkröte | Zone 1 bis 2 | Schattenmethode: nahe der Lampe etwa UVI 0,7 (Zone 1) bzw. 1,0 (Zone 2), Obergrenze am Liegeplatz UVI 0,6 bis 1,4 bzw. 1,1 bis 3,0 |
| Griechische Landschildkröte | Zone 3 | Sonnenplatzmethode, am Sonnenplatz UVI 3,0 bis 5,0 |
Baines et al. 2016 zufolge verändern Reflektoren Lichtkegel und UV-Stärke stark. Messen Sie nach dem Einbau eines Reflektors den UV-Index (UVI) am Liegeplatz neu.
Lampe, Einsatz und Abstand im Überblick
Die Tabelle zeigt für jede Lampe Einsatz, Abstand und Angaben zum Tausch oder UV-Erhalt laut Hersteller.
| Lampe | Einsatz laut Hersteller | Abstand laut Hersteller | Tausch oder UV-Erhalt laut Hersteller |
|---|
| Exo Terra Reptile UVB 100 (13 oder 25 W) | tropische und subtropische Reptilien | wirksam bis 40 cm, kein Mindestabstand genannt | jährlich tauschen |
| Exo Terra Reptile UVB 150 (13 oder 25 W) | Wüstenreptilien, auch unter dichter Gaze | wirksam bis 50 cm, kein Mindestabstand genannt | jährlich tauschen |
| Exo Terra Reptile UVB 200 (25 W) | Reptilien mit sehr hohem UV-Bedarf, Wüstenterrarien und hohe Terrarien | keine Angabe in cm | jährlich tauschen |
| Trixie Desert Pro UV-B 10.0 (23 W) | tagaktive Reptilien der Wüsten- und Savannengebiete | mindestens 15 cm zum Kopf des Tieres, für sonnenbadende Tagaktive aus Wüste, Halbwüste und Savanne 15 bis 25 cm | nach 2.000 Stunden über 50 % UV-B |
| Trixie Tropic Pro UV-B 6.0 (23 W) | tagaktive Reptilien der Tropen und Subtropen | mindestens 15 cm zum Kopf des Tieres, für sonnenbadende Tagaktive aus Regenwald, tropischen und subtropischen Wäldern, feuchter Savanne und gemäßigter Zone 15 bis 27 cm | nach 2.000 Stunden über 50 % UV-B |
| Trixie Sunlight Pro UV 2.0 (23 W) | Grundbeleuchtung für alle Terrarientiere (Reptilien, Amphibien, Spinnentiere) | mindestens 10 cm zum Kopf des Tieres | nach 2.500 Stunden über 50 % UV |
| Trixie Kompakt UV Lampe für Vögel (23 W) | Vogelhaltung | mindestens 10 cm über dem Käfig | keine Angabe |
Unabhängig von diesen Herstellerangaben gilt: Sonnenliebende Wüstenarten wie Bartagame, Dornschwanzagame, Steppenwaran, Wüstenleguan und Landschildkröte brauchen einen Metalldampf-UV-Strahler, keine Kompaktlampe.
Kompaktlampe gegen T5-HO-Röhre und T8-Röhre
Welcher Lampentyp im konkreten Setup richtig ist, hängt von Beckengröße und Anzahl der Sonnenplätze ab.
| Merkmal | UV-Kompaktlampe | T5-HO-Röhre | T8-Leuchtstoffröhre |
|---|
| Bauform | gewendelt, kompakt | linear, 45 bis 150 cm | linear, 45 bis 150 cm |
| Flächenausleuchtung | punktuell | breit | breit |
| Tausch oder UV-Erhalt laut Hersteller | Exo Terra jährlich, Trixie Desert Pro und Tropic Pro nach 2.000 Stunden über 50 % UV-B | Arcadia 12 Monate (bis 12 Stunden am Tag, Arcadia-Leuchte), Exo Terra 12-Monats-Zyklus | Arcadia Euro Range 9 Monate (englische Seite) bzw. 12 Monate (deutsche Seite) |
| Vorschaltgerät | integriert (E27) | extern (T5-EVG) | extern (T8-VVG/EVG) |
| Einsatzlogik | Sonnenplatz-Spot, Kleinbecken | Flächenbeleuchtung Mittel- und Großbecken | Budget-Variante Kleinbecken |
Die Kompaktlampe passt durch ihre punktuelle Bauform zu kleinen Terrarien und einzelnen Sonnenplätzen. Nach Baines et al. 2016 lassen sich T5-HO-Röhren in größeren Terrarien weiter vom Tier entfernt anbringen als T8-Röhren. Bei der Tauschzeit hat keine der beiden Bauformen einen klaren Vorteil.
UV-Leistung lässt nach: Tauschangaben der Hersteller
UV-Strahlung ist unsichtbar, und die Helligkeit der Lampe sagt nichts über ihre UV-Leistung aus. Exo Terra empfiehlt den jährlichen Tausch, weil Licht und UV-Strahlung mit der Zeit abnehmen. Trixie gibt an, dass Desert Pro und Tropic Pro nach 2.000 Betriebsstunden noch über 50 % UV-B-Leistung haben und die Sunlight Pro nach 2.500 Stunden über 50 % UV-Leistung. Für die Vogellampe nennt Trixie dazu nichts.
Praxis-Empfehlung: Schreiben Sie das Datum der Inbetriebnahme mit wasserfestem Stift auf den Sockel. Baines et al. 2016 raten, die UV-Leistung der Lampe regelmäßig zu messen. Einen Messwert, ab dem getauscht werden muss, nennen weder Exo Terra noch Trixie.
Zubehör: Reflektor, Fassung und Schutzkorb
- E27-Fassung: Alle sieben Kompaktlampen haben einen E27-Schraubsockel. Eine Porzellan- oder Keramikfassung schreiben weder Exo Terra noch Trixie vor. Passende Fassungen finden Sie unter Reflektoren und Fassungen.
- Reflektor: Er lenkt die seitlich austretende Strahlung nach unten zum Tier. Wie viel UV am Liegeplatz ankommt, zeigt eine Messung.
- Schutzkorb: Laut Baines et al. 2016 sollten alle Lampen für die Tiere unerreichbar sein. Schutzgitter können dafür nötig sein und sollten möglichst weitmaschig sein, damit viel Licht und UV durchkommt.
- Vorschaltgerät: Bei Kompaktlampen mit E27-Sockel ist es bereits integriert.
UV-Kompaktlampen für Vögel
Für Vögel führt die Kategorie die Trixie Kompakt UV Lampe für Vögel (23 W), laut Trixie 25 % UV-A und 2,6 % UV-B. Lucky Reptile zufolge sehen Vögel tetrachromatisch und nehmen UV-A wahr, das bei Verständigung und Futtersuche eine Rolle spielt. Trixie empfiehlt, die Lampe mindestens 10 cm über dem Käfig anzubringen, und nennt keine Werte zum UV-Index (UVI). Messen Sie den UVI deshalb an der Sitzstange mit einem UV-Messgerät.
Kompaktlampen sind eine platzsparende Bauform unter mehreren. Die anderen Lampenbauformen stehen in der Übersicht.
Zwei häufige Fehler bei UV-Kompaktlampen
- UV-Kompaktlampe als alleinige Wärmequelle. Die UV-Kompaktlampe ergänzt einen Halogenstrahler oder eine Wärme-Tageslichtlampe und ersetzt sie nicht.
- Tausch nach Helligkeit statt Herstellerangabe. Notieren Sie das Datum der Inbetriebnahme. Exo Terra empfiehlt den jährlichen Tausch. Trixie nennt keine Tauschzeit. Messen Sie bei den Trixie-Lampen die UV-Leistung regelmäßig.
Häufige Fragen zu UV-Kompaktlampen für das Terrarium
Wann muss ich eine UV-Kompaktlampe austauschen?
Exo Terra empfiehlt für seine Kompaktlampen den Tausch nach einem Jahr. Trixie gibt an, dass Desert Pro und Tropic Pro nach 2.000 Betriebsstunden noch über 50 % ihrer UV-B-Leistung liefern. Baines et al. 2016 raten zudem zu regelmäßiger Messung. Einen Messwert, ab dem getauscht wird, nennen weder Exo Terra noch Trixie.
Kann ich eine UV-Kompaktlampe in eine normale Schreibtischlampe schrauben?
Ja, wenn die Leuchte einen E27-Sockel aufnimmt, für die Wattzahl der Lampe zugelassen ist und nicht in feuchter Umgebung betrieben wird. Alle Kompaktlampen im Sortiment haben einen E27-Sockel und 13 bis 25 W. Halten Sie den Mindestabstand des Herstellers ein und bringen Sie die Lampe so an, dass das Tier sie nicht erreicht. Lassen Sie kein normales Glas und keinen normalen Kunststoff zwischen Lampe und Tier, denn beide halten UV-B fast vollständig ab (Baines et al. 2016).
Reicht eine UV-Kompaktlampe als Wärmequelle?
Nein. UV-Kompaktlampe und Wärmelampe arbeiten als Paar nebeneinander.
Welche Lampe ist besser: UV-Kompakt oder T5-HO-Röhre?
Die Kompaktlampe strahlt punktuell und eignet sich für kleine Terrarien und einzelne Sonnenplätze. T5-HO-Röhren lassen sich nach Baines et al. 2016 in größeren Terrarien mit mehr Abstand zum Tier anbringen als T8-Röhren. Bei der Tauschzeit hat keine Bauform einen klaren Vorteil.
Was bringt ein Reflektor zur UV-Kompaktlampe?
Ein Reflektor lenkt die seitlich austretende Strahlung nach unten zum Tier. Nach Baines et al. 2016 können Reflektoren Lichtkegel und UV-Stärke in jedem Abstand stark verändern. Messen Sie nach dem Einbau den UV-Index am Liegeplatz neu und beachten Sie weiter den Mindestabstand des Herstellers.
Kann eine UV-Kompaktlampe Photokeratitis bei meinem Tier auslösen?
Ja, wenn am Liegeplatz mehr UV ankommt, als zur Ferguson-Zone des Tieres passt, etwa bei zu naher Lampe. Hohe UV-Dosen können laut Baines et al. 2016 Augen und Haut schädigen. Für den Kronengecko (Zone 1) gilt am Liegeplatz als Obergrenze UV-Index (UVI) 0,6 bis 1,4. Halten Sie den Trixie-Mindestabstand von der Verpackung ein und messen Sie den UVI am Liegeplatz mit einem Solarmeter 6.5.
Brauchen Reptilien eine UV-Kompaktlampe wirklich oder reicht Vitamin-D3 im Futter?
Schildkröten, Pantherchamäleons und alle Ferguson-Zone-3- und -4-Arten benötigen UVB zur körpereigenen Vitamin-D3-Synthese. Gefüttertes D3 wird bei diesen Arten nur eingeschränkt verstoffwechselt. Leopardgecko (Zone 1), Kornnatter (Zone 1 bis 2) und Königspython (Zone 2) bekommen nach Baines et al. 2016 niedriges UV über die Schattenmethode. Am Liegeplatz gelten als Höchstwerte ein UV-Index (UVI) von 0,6 bis 1,4 in Zone 1 und 1,1 bis 3,0 in Zone 2.