Ein selbstgebautes OSB-Terrarium kostet rund 440 Euro Material und braucht wegen der Trockenzeiten zwei bis drei Wochen bis zum Einzug des Tieres. Dieser Beitrag fasst die komplette Baudokumentation von Dominic aus Schwerte zusammen, der sein erstes 150 × 60 × 60 cm Terrarium für eine Schlange selbst gebaut hat. Sie erfahren, welche Materialien Sie brauchen, wo häufig Fehler passieren und worauf bei der Versiegelung zu achten ist, damit das Terrarium tiergerecht und langlebig wird.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein OSB-Terrarium?
- Terrarium selbst bauen: Welches Material?
- Vorteile gegenüber Glasterrarien
- Was kostet ein selbst gebautes OSB-Terrarium?
- Materialliste für Grundbau und Einrichtung
- Werkzeug und Vorbereitung
- Zeitplan: Woche für Woche
- Grundaufbau mit Styropor und Silikon
- Fliesenkleber-Schichten und Farbgestaltung
- OSB-Terrarium versiegeln: Epoxidharz und Klarlack
- Belüftung und Beleuchtung einbauen
- Einrichtung und Probelauf
- Die fünf häufigsten Fehler beim OSB-Terrarium-Bau
- Häufige Fragen zum OSB-Terrarium-Bau
Was ist ein OSB-Terrarium?
Ein OSB-Terrarium ist ein Terrarium, dessen Korpus aus Oriented Strand Board (OSB) gefertigt wird, einer Holzwerkstoffplatte aus orientiert verleimten Holzspänen. Im Gegensatz zum Glasterrarium ist nur die Frontscheibe transparent, die übrigen Seiten und der Deckel bestehen aus Holz. Diese Bauweise ist im DIY-Bereich beliebt, weil OSB-Platten günstig im Baumarkt verfügbar sind, gut isolieren und sich problemlos zuschneiden lassen.
Wichtig vorab: OSB-Platten geben in Innenräumen über lange Zeit kleine Mengen Formaldehyd ab, das ist über die Emissionsklasse (E1 oder besser E0) auf der Verpackung erkennbar. Für ein Reptilienterrarium ist nur OSB mit E1- oder E0-Kennzeichnung geeignet, zusätzlich muss die Innenseite vollständig versiegelt werden. Eine unversiegelte OSB-Platte ist als Terrarium nicht tiergerecht. OSB-Terrarien sind im DIY-Bereich die meistgebaute Holz-Variante, weil OSB-Platten in jedem Baumarkt verfügbar und deutlich günstiger als Multiplex sind.
Terrarium selbst bauen: Welches Material?
Wer ein Terrarium selbst bauen will, wählt heute meist zwischen drei Materialien: Glas, OSB oder Multiplex-Sperrholz. Jedes hat spezifische Stärken und Schwächen für die Reptilienhaltung:
- OSB-Platten: günstig (rund 60–180 Euro für einen Korpus), gut isolierend, gute Verfügbarkeit. Empfindlich gegenüber dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit, braucht vollständige Versiegelung wegen Formaldehyd.
- Multiplex-Sperrholz: robuster bei Feuchtigkeit, geringere Formaldehyd-Emission, deutlich teurer (etwa Faktor 2–3 gegenüber OSB). Erste Wahl für tropische Arten mit Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 60 Prozent.
- Glas: keine Materialemissionen, einfache Reinigung, aber schlechtere Wärmeisolation und höherer Stress für scheue Arten durch Transparenz aller vier Seiten. Aufwendiger im DIY-Bau (Glaszuschnitt, Silikon-Verklebung mit ESG- oder VSG-Sicherheitsglas).
Für Trocken- und Wüstenterrarien (Bartagamen, Königspythons, Kornnattern) ist OSB die beliebteste Wahl. Für Regenwald- und Hochlandfeuchtterrarien (Chamäleons, Pfeilgiftfrösche) empfehlen wir Multiplex.
Vorteile gegenüber Glasterrarien
Ein Holzterrarium aus OSB bietet vier praktische Vorteile gegenüber einem reinen Glasterrarium:
- Bessere Wärmeisolation: OSB hält die Wärme deutlich länger im Inneren, was Stromkosten senkt und Temperaturschwankungen reduziert.
- Weniger Stress für das Tier: Da nur die Frontscheibe durchsichtig ist, hat das Tier drei undurchsichtige Wände als Sichtschutz und Rückzugsraum.
- Gestaltungsfreiheit: Rückwände lassen sich mit Styropor, Fliesenkleber und Farbe individuell modellieren, was bei Glasterrarien aufwendiger ist.
- Günstiger im Selbstbau: Ein Eigenbau mit Material aus dem Baumarkt kostet deutlich weniger als ein gleich großes fertiges Glasterrarium.
Glas hat im Gegenzug Vorteile bei der Reinigung, beim Gewicht eines kleinen Terrariums und bei tropischen Arten mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, weil OSB selbst bei guter Versiegelung empfindlicher auf dauerhaft hohe Feuchte reagiert.
Was kostet ein selbst gebautes OSB-Terrarium?
Für ein 150 × 60 × 60 cm OSB-Terrarium mit Rückwand, Versiegelung und Grundeinrichtung kalkulieren Sie mit rund 440 Euro Material:
- Grundbau: 254 Euro (OSB-Korpus, Styropor, Fliesenkleber, Aquariumsilikon, Abtönfarbe, Epoxidharz, speichelfester Klarlack, Pinsel und Werkzeug).
- Einrichtung: 188 Euro (Keramikfassungen, Schutzkörbe, Lianen, Kletternetz, Wurzel, Pflanzen, Wasserschale, Einstreu, Leuchtmittel).
Die Kosten skalieren in etwa linear mit der Grundfläche. Größenvergleich für ähnliche Konfigurationen (Grundbau plus Standard-Einrichtung):
| Terrariengröße | Materialkosten gesamt | davon Grundbau |
|---|---|---|
| 80 × 40 × 40 cm | 180–230 € | ca. 110 € |
| 100 × 50 × 50 cm | 280–330 € | ca. 160 € |
| 150 × 60 × 60 cm | 400–480 € | ca. 250 € |
Wenn Sie das Gehäuse gebraucht erwerben (Kleinanzeigen, Foren), lässt sich der Korpus-Posten deutlich drücken. Dominic hat sein OSB-Gehäuse für 60 Euro gekauft, neu im Baumarkt liegt ein Korpus dieser Größe je nach Anbieter zwischen 120 und 180 Euro. Insgesamt ist der Eigenbau bei dieser Größe meist um 30 bis 50 Prozent günstiger als ein gleich großes fertiges Terrarium. Wer den Rohkorpus nicht selbst zuschneiden möchte, findet Materialien und Komponenten in unserer Terrarium-Selbstbau-Kategorie.
Materialliste für Grundbau und Einrichtung
Die folgende Liste basiert auf einem 150 × 60 × 60 cm Terrarium und ist die tatsächlich verbaute Material-Aufstellung aus Dominics Bauprojekt.
Grundbau
| Material | Stück / Menge | Preis |
|---|---|---|
| OSB-Korpus 150 × 60 × 60 cm | 1 | 60 € |
| Styropor-Platten 20–50 mm | nach Bedarf | 8 € |
| Cutter-Messer + Klingen | 1 Set | 5 € |
| Flexibler Fliesenkleber | 20 kg | 18 € |
| Aquariumsilikon | 2 Kartuschen | 20 € |
| Silikon-Spritze | 1 | 4 € |
| Terrariensand (schwarz) | 1 Beutel | 12 € |
| Abtönfarbe (1,5 l) | gemischt | 20 € |
| Epoxidharz | 1 kg | 35 € |
| Speichelfester Klarlack (Blauer Engel, matt) | 750 ml × 4 | 48 € |
| Pinsel-Set | 1 | 10 € |
| Schaschlik-Stäbchen | 1 Packung | 1 € |
| Eimer und Schüssel | 2 | 3 € |
| Bohrmaschinen-Quirl | 1 | 5 € |
| Haken (4×) + Öse (1×) | 5 | 3 € |
| Abflusssiebe (für Lüftungslöcher) | 4 | 2 € |
Einrichtung
| Material | Stück | Preis |
|---|---|---|
| Keramikfassung | 2 | 20 € |
| Lampenschutzkorb | 2 | 26 € |
| Liane | 2 | 16 € |
| Kletternetz | 1 | 8 € |
| Wurzel | 1 | 12 € |
| Kletterholz | 1 | 24 € |
| Pflanzen (mehrere) | – | 35 € |
| Wasserschale | 1 | 27 € |
| Bodensubstrat | 1 Sack | 10 € |
| Nachtlichtbirne 50 W | 1 | 6 € |
| Glühbirne 60 W | 1 | 4 € |
Wichtige Hinweise zum Material:
- Fliesenkleber muss flexibel sein. Die Verpackung weist das aus. Ein normaler, starrer Fliesenkleber reißt, sobald das Holz arbeitet, und bröckelt langfristig ab.
- Nur Aquariumsilikon verwenden, niemals Sanitärsilikon. Sanitärsilikon enthält Fungizide, die für Reptilien giftig sind.
- Klarlack mit Blauer-Engel-Siegel und Zusatz „speichelfest“ wählen. Der Blaue Engel steht für geringe Emissionen und Lösemittelgehalte, während „speichelfest“ nach DIN 53160 nur aussagt, dass der getrocknete Anstrich keine Farbe an Speichel oder Schweiß abgibt. Achten Sie auf die Herstellerangabe, ob der Lack für Kinderspielzeug nach DIN EN 71-3 geeignet ist.
- Beim Pinsel-Set können Sie sparen. Pinsel und Mischbehälter lassen sich nach Fertigstellung entsorgen.
Werkzeug und Vorbereitung
Vor dem ersten Schnitt sollten folgende Werkzeuge bereitliegen:
| Werkzeug | Wozu | Hinweis |
|---|---|---|
| Bohrmaschine | Lüftungslöcher, Haken, Fassungen | Mit Drehzahlregelung, mindestens 500 Watt |
| Bohrkrone 34 oder 40 mm | Lüftungslöcher passend für Abflusssiebe | Durchmesser muss zum gewählten Sieb passen |
| Stichsäge | OSB-Zuschnitt, Deckel-Öffnungen | HCS-Blatt grob für OSB, Hartmetall bei feinem Schnitt |
| Cutter-Messer mit Wechselklingen | Styropor schneiden | Mindestens 18 mm breite Klingen |
| Heißluftfön (optional) | Felsstruktur in Styropor brennen | Für eine natürlichere Optik als reine Schnitte |
| Schleifpapier 80/120 | Kanten brechen, OSB-Stirnseiten | Vor dem Versiegeln |
| Bohrmaschinen-Quirl | Fliesenkleber anrühren | Für homogene Konsistenz |
| Pinsel-Set | Fliesenkleber, Lack, Epoxidharz | Einweg-Pinsel, nach Gebrauch entsorgen |
Arbeiten Sie an einem gut belüfteten Ort, idealerweise in der Garage oder draußen, vor allem für die Lack- und Epoxidharz-Phasen. Tragen Sie Atemschutz und Handschuhe beim Verarbeiten von Fliesenkleber und Lack. Während der Versiegelungsphase mindestens Fenster und Tür offen halten, idealerweise mit Aktivkohle-Atemschutz (Maske mit A1/A2-Filter).
Zeitplan: Woche für Woche
Die Trockenzeiten zwischen den Schichten dominieren die Gesamtdauer. Realistisch sollten Sie zwei bis drei Wochen einkalkulieren:
| Woche | Phase | Aktive Arbeit | Trockenzeit |
|---|---|---|---|
| Woche 1 (Tag 1–3) | Zuschnitt, Styropor modellieren, Silikon-Verklebung | 6–8 Stunden | 24 Stunden Silikon |
| Woche 1 (Tag 4–7) | Vier Schichten Fliesenkleber (jede mit Pigment in Schicht 4) | je 1 Stunde | 24 Stunden je Schicht |
| Woche 2 (Tag 8–12) | Versiegelung: Epoxidharz Boden/Deckel, vier Schichten Klarlack Wände | 4–6 Stunden | mindestens 12 Stunden je Schicht |
| Woche 2 (Tag 13–14) | Fassungen und Belüftung einbauen (gebohrt wird vor dem Lackieren des Deckels) | 2–3 Stunden | – |
| Woche 3 | Auslüften, Einrichtung, Probelauf | 2–3 Stunden | 7 Tage Auslüften |
Die kritischen Trockenzeiten dürfen nicht abgekürzt werden, sonst bröckelt die Versiegelung oder gibt weiter Lösungsmittel ab.
Grundaufbau mit Styropor und Silikon
Der Grundaufbau eines OSB-Terrariums läuft in vier Phasen ab: Styropor zuschneiden, Strukturen modellieren, Elemente positionieren und mit Aquariumsilikon verkleben. Jede Phase muss vollständig abgeschlossen sein, bevor die nächste beginnt. Schneiden Sie 50 mm dicke Styropor-Platten passgenau für Rückwand und beide Seitenwände zu. Die Frontkante muss exakt gerade bleiben, damit später die Rückwand sauber anliegt und die Verklebung dicht wird.
Mit dem Cutter-Messer und gegebenenfalls dem Heißluftfön modellieren Sie Felsstrukturen, Liegeflächen und Vorsprünge aus dem Styropor heraus. Kanten sollten Sie abrunden, da später nichts mehr „eckig“ wirken soll. Wer Muster oder Reliefs in die Rückwand arbeitet, sollte das tief genug ausführen: Der spätere Fliesenkleber-Auftrag von rund 3 mm Schichtdicke kaschiert flache Strukturen wieder.
Liegeflächen befestigen Sie zunächst mit Schaschlik-Stäbchen in der Rückwand. So lassen sich die Positionen vor dem finalen Verkleben noch korrigieren. Sind alle Elemente eingerichtet (Höhle, Wasserschale, Wurzel, Liegeflächen), kleben Sie die Styropor-Teile mit Aquariumsilikon dauerhaft fest. Die Stäbchen können stecken bleiben, sie erhöhen die mechanische Stabilität. Nach dem Verkleben lassen Sie das Silikon mindestens 24 Stunden durchhärten.
Fliesenkleber-Schichten und Farbgestaltung
Vier Schichten flexibler Fliesenkleber sind das Standardmaß für eine stabile und tiergerechte Rückwand. Die Konsistenz beim Anrühren sollte etwa wie warm gewordene Nutella sein: zähflüssig, lässt sich gerade noch verstreichen, läuft aber nicht vom Pinsel.
Jede der vier Schichten muss mindestens 24 Stunden trocknen. Bei kühlem Raumklima helfen eine Heizung in der Nähe oder ein leiser Ventilator, die Trockenzeit zu sichern. In die vierte und letzte Schicht mischen Sie Abtönfarbe und schwarzen Terrariensand ein. Der Sand erzeugt die Felsstruktur, die Abtönfarbe bestimmt den finalen Farbton. Da der Grundkleber selbst grau ist, brauchen Sie für ein warmes Sahara-Gelb erhebliche Mengen Pigment: in Dominics Fall 250 ml Sahara-Gelb, 750 ml Orange und 500 ml Gelb.
Tipp aus der Praxis: Tragen Sie kleine Mengen auf ein Styropor-Reststück auf und trocknen Sie diese mit dem Fön nach. Erst die getrocknete Probe zeigt den realen Endfarbton. Weißer Fliesenkleber wäre der einfachere Ausgangspunkt für helle Farben, ist aber teurer und nicht überall lieferbar.
OSB-Terrarium versiegeln: Epoxidharz und Klarlack
Ein OSB-Terrarium versiegeln Sie in zwei Schritten: Boden und Deckel erhalten eine Schicht Epoxidharz, Rück- und Seitenwände vier Schichten matten speichelfesten Klarlack mit Blauer-Engel-Siegel.
Die Versiegelung ist der sicherheitskritischste Schritt im gesamten Bau. Ohne vollständige Versiegelung lösen sich Holzfasern oder Fliesenkleber-Reste und können vom Tier verschluckt werden, gleichzeitig kann Feuchtigkeit ins OSB ziehen und das Material aufquellen lassen.
Für ein artgerechtes OSB-Terrarium hat sich folgende Zwei-Schritt-Methode bewährt:
- Boden und Deckel mit Epoxidharz versiegeln. Epoxidharz bildet eine glasartig glatte, vollständig wasserfeste Oberfläche, die sich leicht reinigen lässt. Tragen Sie eine dünne Schicht mit Pinsel oder Spachtel auf und lassen Sie diese mindestens 12 Stunden trocknen. Die endgültige Lebensmittelechtheit entsteht erst nach kompletter Vernetzung, in der Regel nach 5 bis 7 Tagen.
- Rück- und Seitenwände mit mattem speichelfestem Klarlack streichen. Vier Schichten mattem Lack mit Blauer-Engel-Siegel und Zusatz „speichelfest“ reichen aus. „Speichelfest“ betrifft nach DIN 53160 nur die Farbabgabe, nicht die Giftigkeit. 750 ml reichen für eine Schicht des Terrariums.
Lassen Sie nach dem letzten Anstrich mindestens 12 Stunden für die oberflächliche Trocknung und ergänzend rund eine Woche zum Auslüften, bevor das Tier einzieht. Diese Auslüftphase ist wichtig, damit alle Lösemittelreste verdunsten.
Reines Epoxidharz auf allen Innenflächen wäre theoretisch die robusteste Lösung, sieht aber durch den starken Glanz unnatürlich aus. Die Mischvariante (Boden und Deckel Epoxidharz, Wände matter Klarlack) verbindet Hygiene mit einer natürlich wirkenden Oberfläche.
Belüftung und Beleuchtung einbauen
Vor dem letzten Lackieren der Deckelplatte werden alle Bohrungen gesetzt. Für die Lüftung bohren Sie mit der Bohrkrone passende Löcher in den Deckel und setzen Abflusssiebe als Insekten- und Tier-sichere Lochabdeckung ein. Vier Abflusssiebe genügen für ein 150er-Terrarium meist.
Die Keramikfassungen für die Leuchtmittel werden ebenfalls in den Deckel eingesetzt. Verwenden Sie zwingend Lampenschutzkörbe, damit das Tier nicht direkt an das heiße Leuchtmittel kommt. Achten Sie schon beim Aufbau auf die spätere Wärmeverteilung: Spotstrahler über einem geplanten Liegeast, Grundbeleuchtung mit gleichmäßigem Lichteinfall.
Einrichtung und Probelauf
Nach Trocknung und Auslüften richten Sie das Terrarium ein. Wurzel, Kletterholz, Lianen und Kletternetz werden mit Haken, Schrauben oder Silikon fixiert. Wasserschale und Bodengrund kommen erst nach der Trockenphase hinein.
Vor dem Einzug des Tieres läuft das Terrarium mindestens drei bis sieben Tage im Leerbetrieb. In dieser Zeit prüfen Sie die Temperaturen am Sonnenplatz, in den Versteckzonen und im Bodenbereich. Stellen Sie die Beleuchtung über Zeitschaltuhr ein, und korrigieren Sie Heiz- oder Leuchtmittel, wenn die Werte vom Sollbereich Ihrer Art abweichen. Dominic stellte beim Probelauf fest, dass die mitgekaufte Nachtlichtbirne deutlich zu viel Wärme abgab und tauschte sie konsequent aus. Solche Korrekturen sind im Leerbetrieb ohne Risiko fürs Tier möglich.
Die fünf häufigsten Fehler beim OSB-Terrarium-Bau
Aus eigener Bauerfahrung und aus typischen Halterfragen lassen sich fünf Fehler benennen, die immer wieder auftreten:
- Sanitärsilikon statt Aquariumsilikon verwenden. Sanitärsilikon enthält Fungizide gegen Schimmel, die für Reptilien giftig sind. Nur Aquariumsilikon ist nach Aushärtung reptiliensicher.
- Zu kurze Trockenzeit zwischen Fliesenkleber-Schichten. Jede der vier Schichten braucht mindestens 24 Stunden bei Zimmertemperatur. Bei kühlem Klima sogar länger. Wer schneller arbeitet, riskiert Risse und Ablösungen.
- Styropor-Strukturen zu flach modelliert. Der spätere Fliesenkleber-Auftrag von rund 3 mm Schichtdicke kaschiert flache Reliefs vollständig. Strukturen ruhig deutlich tiefer ausschneiden als gewünscht.
- Epoxidharz vor voller Vernetzung in Betrieb nehmen. Epoxidharz braucht bei Raumtemperatur rund 7 Tage bis zur vollständigen chemischen Vernetzung. Erst danach ist es lebensmittelecht und gibt keine Reaktionsrückstände mehr ab.
- Falsche Position der Leuchtmittel. Spotstrahler ohne Lampenschutzkorb oder zu nah am Tier führen zu Verbrennungen. Schutzkorb ist Pflicht, der Mindestabstand richtet sich nach Leuchtmittel und Tierart.

Häufige Fragen zum OSB-Terrarium-Bau
Welche OSB-Stärke ist für ein Terrarium ideal?
Für Korpus-Wände eignen sich 12 bis 18 mm OSB-Platten. Dünnere Stärken sind instabil, dickere Platten erhöhen das Gewicht unverhältnismäßig. Achten Sie auf die Emissionsklasse E1 oder E0.
Warum darf ich nur Aquariumsilikon verwenden?
Sanitärsilikon enthält Fungizide gegen Schimmel, die für Reptilien giftig sind. Aquariumsilikon ist nach vollständiger Aushärtung reptiliensicher. Achten Sie beim Kauf auf den Zusatz „aquariengeeignet“ oder „fungizidfrei“.
Wie versiegele ich ein OSB-Terrarium richtig?
Boden und Deckel versiegeln Sie mit Epoxidharz, Rück- und Seitenwände mit vier Schichten mattem Klarlack mit Blauem Engel und dem Zusatz „speichelfest“. Zwischen den Lackschichten warten Sie jeweils mindestens 12 Stunden. Danach lüftet das Terrarium rund eine Woche aus.
Wie lange dauert der Bau eines OSB-Terrariums?
Vom ersten Schnitt bis zum Einzug vergehen zwei bis drei Wochen. Die Zeit bestimmen die Trockenpausen: 24 Stunden je Schicht Fliesenkleber und mindestens 12 Stunden je Schicht Klarlack. Danach lüftet das Terrarium rund eine Woche aus und durchläuft anschließend einige Tage Probelauf ohne Tier.
Was kostet ein OSB-Terrarium im Selbstbau?
Für ein OSB-Terrarium mit 150 × 60 × 60 cm liegen die Materialkosten bei rund 440 Euro, davon 254 Euro für den Grundbau und 188 Euro für die Einrichtung. Darin steckt bereits der gebraucht gekaufte Korpus für 60 Euro.
Epoxidharz oder Klarlack: Was gehört wohin?
Matter Klarlack kommt an Rück- und Seitenwände, weil er natürlicher aussieht. Für Boden und Deckel ist Epoxidharz robuster, glänzt dort aber sichtbar und braucht mehrere Tage für die vollständige Vernetzung.
Welche Holzart eignet sich noch als Alternative zu OSB?
Multiplex-Sperrholz und Pappelsperrholz sind die typischen Alternativen mit geringerer Formaldehyd-Belastung, dafür sind sie deutlich teurer. Für tropische Arten mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit lohnt sich häufig Multiplex statt OSB.
Wie lange muss ein OSB-Terrarium auslüften?
Mindestens eine Woche nach der letzten Lackschicht. Epoxidharz braucht bei Raumtemperatur rund 7 Tage bis zur vollständigen chemischen Vernetzung. Wer die Auslüftphase abkürzt, setzt das Tier unnötigen Lösemittelresten aus.
Für welche Reptilien sind OSB-Terrarien geeignet?
Trocken- und Wüstenarten profitieren von OSB-Terrarien (Bartagamen, Königspythons, Kornnattern, Leopardgeckos). Sensible Arten mit hoher Luftfeuchtigkeit (Chamäleons, Pfeilgiftfrösche, viele Geckos der Regenwaldarten) sollten besser in Multiplex- oder Glasterrarien gehalten werden.
Kann ich ein OSB-Terrarium für tropische Arten mit hoher Luftfeuchtigkeit nutzen?
Eingeschränkt. OSB verträgt Luftfeuchtigkeit dauerhaft nur bis etwa 60 Prozent. Darüber quillt das Material auf und die Versiegelung kann reißen. Für Regenwaldterrarien empfehlen wir Multiplex-Sperrholz oder ein klassisches Glasterrarium.
Kann ich die Frontscheibe aus Plexiglas statt Glas bauen?
Technisch möglich, aber Plexiglas verkratzt bei direktem Reptilienkontakt schnell, verbiegt sich bei Spotlampenwärme ab etwa 60 °C und ist schwerer sauber zu bohren. Empfohlen ist Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG) ab 4 mm.
Kann ich ein Heizkabel oder eine Heizmatte unter dem OSB-Boden verlegen?
Exo Terra, Trixie und Lucky Reptile sehen das nicht vor oder raten davon ab. Exo Terra gibt Heat Cable und Heat Mat nur für Glasterrarien frei. Das Trixie Heizkabel ist laut Trixie für Glasterrarien gedacht und gehört nur außen ans Glas, weil es nicht wasserdicht ist. Lucky Reptile empfiehlt die Thermo Mat außen an Rückseite oder Seite statt am Boden und warnt vor Brandgefahr bei beidseitiger Dämmung mit Styropor oder Holzeinstreu. Das wasserdichte Lucky Reptile Thermo Cable darf im Terrarium liegen, wenn die Tiere es nicht erreichen. Für Matte und Kabel empfiehlt Lucky Reptile dringend einen Thermostat.
Weiterführende Fachquellen: Wikipedia – Oriented Strand Board · Blauer Engel – Schadstoffarme Lacke · DGHT – Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde